Wände und Fassaden streichen – Professionelle Anstricharbeiten für Innen und Außen
Ein fachgerechter Anstrich von Wänden und Fassaden ist weit mehr als nur eine optische Verschönerung – er schützt die Bausubstanz nachhaltig vor Witterungseinflüssen, trägt maßgeblich zum Werterhalt von Gebäuden bei und verleiht jedem Raum oder jeder Fassade einen individuellen Charakter. Professionelle Anstricharbeiten bilden eine dauerhafte Schutzschicht gegen Feuchtigkeit, UV-Strahlung und mechanische Beanspruchung.
Diese umfassende Anleitung führt Sie durch alle wesentlichen Schritte beim Wände und Fassaden streichen: von der systematischen Untergrundvorbereitung über die fachgerechte Grundierung bis hin zur optimalen Anstrichtechnik. Ob im Innenbereich zur Gestaltung von Wohnräumen oder außen zum Schutz der Gebäudehülle – mit der richtigen Herangehensweise und professionellen Materialien erreichen Sie langanhaltende Ergebnisse, die sowohl gestalterisch als auch funktional überzeugen und den Werterhalt Ihres Gebäudes sicherstellen.
Vorbereitung und Untergrundprüfung für optimale Anstriche
Die Untergrundvorbereitung Anstrich entscheidet maßgeblich über die Qualität und Haltbarkeit des Anstrichs. Eine systematische Beurteilung des Untergrunds ist dabei der erste unverzichtbare Schritt. Bevor Sie mit dem Farbauftrag beginnen, muss die zu streichende Oberfläche sauber, trocken, fest und tragfähig sein.
Tragfähigkeitsprüfung und Reinigung des Untergrunds
Die Tragfähigkeitsprüfung erfolgt mittels Gitterschnitt-Test: Ritzen Sie die Testfläche mit einem Cuttermesser kreuzförmig oder als kleines Gittermuster (ca. 2×2 cm) in den Altanstrich ein, kleben stark haftendes Malerkrepp fest auf und reißen den Streifen ruckartig ab. Bleiben größere Teile des Altanstrichs am Klebestreifen haften, muss der nicht tragfähige Untergrund vollständig abgetragen werden.
Bei der gründlichen Reinigung mit dem Hochdruckreiniger halten Sie einen Sicherheitsabstand von 20 bis 30 cm zur Wand ein – ein geringerer Abstand kann Putz und Farbe beschädigen, während größere Abstände die Reinigungswirkung verringern. Nach der Reinigung muss die Fassade mindestens 24 bis 48 Stunden trocknen. Moos- und Algenbewuchs entfernen Sie sorgfältig mit dem Hochdruckreiniger oder einer Drahtbürste und behandeln die betroffenen Stellen mit einem speziellen Reiniger nach.
Ausbesserungsarbeiten an der Oberfläche
Risse und Schäden kratzen Sie mit einem Stielspachtel aus, bürsten die Stellen gründlich ab und füllen sie nach der Grundierung mit geeigneter Spachtelmasse auf. Da Rissfüllungen beim Trocknen einfallen können, wiederholen Sie diesen Vorgang bei Bedarf. Kleine Risse können mit geeigneter Füllspachtel ausgebessert werden, während nicht tragfähige Farbschichten restlos entfernt werden müssen.


Grundierung als Basis für langanhaltende Ergebnisse
Die richtige Grundierung reduziert nicht nur den Farbverbrauch erheblich um bis zu 30 Prozent, sondern verbessert auch die Haftung des Anstrichs und reguliert das Saugverhalten des Untergrunds. Sie sorgt für eine gleichmäßige Saugfähigkeit der Oberfläche, verfestigt sandende oder poröse Stellen und schafft eine optimale Haftbrücke für den nachfolgenden Farbauftrag.
Saugfähigkeitsprüfung und Grundierungsauswahl
Prüfen Sie die Saugfähigkeit mit einem nassen Schwamm: Dunkelt sich die Stelle stark und schnell oder zieht das Wasser schnell ein, ist eine Grundierung erforderlich.
- Tiefengrund: Ideal für stark oder ungleichmäßig saugende Untergründe wie Gipsputz, Porenbeton, poröse Putze oder sandende Altputze und wird je nach Herstellerangabe mit 5 bis 15 Prozent Wasser verdünnt
- Haftgrundierungen: Kommen bei problematischen Oberflächen wie glatten Betonwänden, Lackfarben, Kunststoffen oder schlecht haftenden Altanstrichen zum Einsatz
Die Grundierung tragen Sie mit Flächenpinsel oder Quast satt auf, ohne bei direkter Sonneneinstrahlung zu arbeiten. Eine hochwertige Grundierung schafft die Basis für gleichmäßige Farbverteilung und optimale Deckkraft.
Professionelle Anstrichtechniken und Materialqualität
Die Nass-in-Nass-Technik ist entscheidend für ansatzfreie, professionelle Ergebnisse beim Fassadenfarbe auftragen. Arbeiten Sie stets nach dieser Methode, bei der angrenzende Farb-Bahnen aufgetragen werden, solange die Kanten noch feucht sind. So vermeiden Sie unschöne Streifen und Ansätze.
Optimale Witterungsbedingungen und Arbeitsschritte
Arbeiten Sie bei optimalen Witterungsbedingungen zwischen 10 und 25°C ohne direkte Sonneneinstrahlung, starken Wind oder hohe Luftfeuchtigkeit. Die Nachttemperaturen sollten nicht unter 5°C fallen. Die systematische Vorgehensweise umfasst mehrere Anstrichgänge:
- Ecken und Winkel mit Flächenpinsel oder Deckenbürste vorstreichen
- Voranstrich mit 5-15% Wasser verdünnter Farbe als zusätzliche Grundierung
- Zwischenanstrich nach 12-24 Stunden Trocknungszeit für sattere Farbtiefe
- Endanstrich mit unverdünnter Farbe für maximale Deckkraft
Werkzeugauswahl und Anstrichtechnik
Beim Farbauftrag wenden Sie die bewährte Über-Kreuz-Technik an: Rollen Sie die Farbe erst längs auf, verteilen sie dann quer und streichen abschließend wieder längs – so erreichen Sie maximale Deckkraft und gleichmäßige Oberflächen.
- Gepolsterte Farbwalzen bei strukturierten Oberflächen mit 2-5 mm Körnung – der Schaumstoffkern passt sich optimal an Vertiefungen an
- Ungepolsterte Walzen mit 21 mm Florlänge für feine Strukturputze bis 1 mm
- Flächenpinsel oder Deckenbürste für Ecken und Kanten
Arbeiten Sie stets nass in nass ohne Unterbrechung, um sichtbare Ansätze zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen zum Wände und Fassaden streichen
Brauche ich eine Grundierung für den Fassadenanstrich?
Ja, bei saugenden und ungleichmäßigen Untergründen ist eine Grundierung unverzichtbar. Sie reguliert die Saugfähigkeit, verbessert die Haftung und reduziert den Farbverbrauch um bis zu 30 Prozent. Bei neuen, stark saugenden oder sandenden Putzen verhindert sie, dass die teure Fassadenfarbe ungleichmäßig „aufgesogen“ wird. Bei bereits gestrichenen, aber porösen oder leicht kreidenden Oberflächen verfestigt sie den Untergrund und sorgt für eine dauerhafte Haftung des Neuanstrichs.
Wann ist die beste Zeit für Außenanstriche?
Die optimale Zeit ist Frühjahr oder Herbst bei Witterungsbedingungen zwischen 10 und 25°C. Die Temperaturen sollten stabil sein und die Nachttemperaturen nicht unter 5°C fallen. Arbeiten Sie bei trockener Witterung an einem bewölkten Tag ohne direkte Sonneneinstrahlung und starken Wind. Vermeiden Sie Anstriche bei Temperaturen unter 5°C oder über 30°C sowie bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Regen.
Wie oft muss eine Hauswand gestrichen werden?
Bei fachgerechter Untergrundvorbereitung und hochwertigen Materialien hält ein Fassadenanstrich 10 bis 15 Jahre oder sogar länger. Die Haltbarkeit hängt stark von der Qualität der verwendeten Farbe, der Sorgfalt bei der Untergrundvorbereitung, den lokalen Witterungsbedingungen, der Gebäudeausrichtung und dem Untergrund ab. Regelmäßige Inspektionen helfen, kleine Schäden frühzeitig zu erkennen und die Lebensdauer des Anstrichs durch gezielte Ausbesserungen zu maximieren.
Welche Trocknungszeiten muss ich beachten?
Beachten Sie stets die Herstellerangaben auf den Produktgebinden. In der Regel sollte zwischen den einzelnen Anstrichen (Grundierung, Zwischen- und Endanstrich) eine Trocknungszeit von mindestens 12 bis 24 Stunden eingehalten werden. Niedrigere Temperaturen oder eine hohe Luftfeuchtigkeit können diese Zeiten deutlich verlängern.
